Die Hessische Energiespar-Aktion informiert: „Kalte Nächte haben Folgen!“ – Möglichkeiten der nachträglichen Dachdämmung im Gebäudebestand

Wärmeverluste sieht man nicht. Die Bedeutung des Wärmeschutzes wurde deshalb unterschätzt. Erst seit der Energiekrise 1974 wird die Dämmung unserer Dächer immer besser. In Hessen gibt es rund 1,4 Millionen Wohngebäude und rund 200.000 Zweckbauten, deren Dächer überwiegend vor der ersten Energiekrise errichtet wurden. Sie haben nur den mäßigen Wär¬meschutz der damaligen Zeit. Zwei Probleme kennzeichnen alter Dächer: im Sommer heiß und im Winter kalt. Das bedeutet hohe und vermeid¬bare Wärmeverluste durch das Dach, die bei einem Einfamilien¬haus schon 500 bis 800 Liter Heizöl pro Jahr betragen können. „Die Einsparung durch eine nachträgliche Dachdämmung liegt meist zwischen 10 und 20 Prozent, je nachdem wie gut oder schlecht der alte Wärmeschutz war“, so Florian Voigt, Projektmanager der „Hessischen Energiespar-Aktion“.

„Besonders günstig ist es, die ohnehin geplante Instandsetzung am Dach mit der Verbesserung der Wärmedämmung zu verbinden, z, B. Dachneueindeckung, Dachinnenausbau, Beseitigung von Sturmschäden, Renovierung Dachboden. Wer künftig sein Dach neu eindeckt, ausbaut oder die Innenbekleidung erneuert, baut am besten die Qualität von mindestens 20 cm Dämmstoff ein. Die Dicke kann geringer sein, wenn man einen Dämmstoff mit hoher Dämmwirkung wählt“, so Voigt weiter.

Steildachdämmung:

An vielen Dächern sieht man nach frostklaren Nächten, dass ganze Flächen vom Reif frei bleiben. Das zeigt eine schlechte Dämmung an. Bei älteren Dächern bieten 3,5 cm Heraklitplatten oder 12 cm Bimssteinausmauerung zwischen den Sparren nur einen mäßigen Wärmeschutz.

Dämmung des Dachbodens:

Kann oder soll das Dach nicht ausgebaut werden, bietet sich die Dämmung der Obergeschossdecke an. Obergeschossdecken bestehen z. B. aus Holzbalken, Ziegel- oder Bimshohlsteinen mit Lehm-, Sand- oder Schlackeschüttungen. Ab 1945 kamen Stahlbetondecken hinzu, manchmal völlig ungedämmt. Auch beim horizontalen Kehlbalken (Spitzboden) fehlt oft der Wärmeschutz. Die nachträgliche

Dämmung kostet wenig Geld, weil sie einfach auszuführen ist. Für ein typisches Einfamilienhaus sinkt dadurch der Energieverbrauch um 10 bis 20 Prozent. In vielen Fällen verschwindet mit der Dämmung auch die sommerliche Überhitzung vom Dachraum her.

Flachdachdämmung:

Flachdächer sind im Wohnungsbau eher selten in Hessen. Es gibt sie in zwei Arten, häufig auf Reihenhäusern und Winkelbungalows: das belüftete Flachdach (Kaltdach) sowie das unbelüftete Flachdach (Warmdach). Das belüftete Flachdach besteht meist aus einer Holzbalkenlage, zwischen der eine Dämmschicht vom 4 bis 10 cm liegt. Über der Dämmung befinden sich mindestens 10 cm Belüftungsschicht. Eine abschließende Brettschalung trägt die Dachhaut aus Bitumenpappe. Das unbelüftete Dach besteht häufig aus einer Stahlbetondecke, auf der eine Dampfsperre und die Dämmung verlegt sind, darauf befindet sich die Dachhaut als mehrlagiges Bitumenpappdach. Beim Flachdach ist die Dachhaut die dampfdichteste Schicht, deshalb ist raumseitig eine Dampfsperre eingebaut.

Eine gute Dachdämmung hat 3 Vorteile:

Erstens: Die Dämmung zahlt sich selbst aus den eingesparten Heizkosten zurück (die Dämmung, nicht die Neueindeckung).

Zweitens: Behaglichkeit im Winter. Die Dachschräge wird nicht mehr so kalt, es entsteht kein Zugluftgefühl mehr im Dach. Man fühlt sich wohler im Dachräumen.

Drittens: Sommerlicher Wärmeschutz. Auch die Sonnenhitze bleibt draußen, denn der Dämmstoff dämmt in beide Richtungen. Und was an Sonnenwärme nicht ins Dach reinkommt, muss auch nicht rausgelüftet werden. Schlafen unterm Dach wird auch in heißen Sommern angenehmer.

Berechnungsgrundlage für anstehende Sanierungsmaßnahmen am eigenen Gebäude ist der "Energiepass Hessen", ein Beratungsinstrument der Hessischen Landesregierung, der die Schwachstellen eines Hauses aufzeigt, Einsparpotenziale ermittelt und Handlungsmöglichkeiten vorschlägt. Er wird zum reduzierten Preis von 37,50 € angeboten. Weitere Informationen bieten die Broschüren „Vom (K)Althaus zum Energiesparhaus“ und die Energiespar-Information Nr. 6 „Wärmedämmung von geneigten Dächern“ unter www.energiesparaktion.de.

Ausführliche Informationen bietet die HESA-Homepage unter www.energiesparaktion.de, über die auch www.energieland.hessen.de, die „Energieseite“ des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung sowie der „Förderkompass Hessen“ mit allen aktuellen Förderangeboten direkt zu erreichen ist.

Informationen (z. B. Ausführende Betriebe) zum Landesinnungsverband des Dachdeckerhandwerks Hessen unter www.hessendach.de.

Informationen zum Beratungsangebot der Verbraucherzentrale Hessen unter www.verbraucher.de.

Die „Hessische Energiespar-Aktion“ ist ein Projekt des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung.

 

Die „Hessische Energiespar-Aktion“ informiert: „Heizung abdrehen oder durchheizen - das ist die ewige Frage"

Früher regelten sich die Dinge von alleine: Die Öfen gingen abends aus und die Wohnungen wurden kalt. In Frostperioden leistete man sich allenfalls noch eine Kohle mehr bis 21.00 Uhr. Heute wird durchgeheizt. Die Heizungsregelung passt die Temperatur des Heizwassers der Außentemperatur an. Die Heizzeiten werden durch ein Tages- und Wochenprogramm gesteuert, abends werden die Heizwassertemperaturen abge¬senkt.

Zu dieser „Nachtabsenkung“ gibt es viele Meinungen. Wie groß ist die Energieeinsparung, ist die stete Frage? „Die Nachtabsenkung spart Energie ein, auch wenn die benötigte Aufheizenergie am Morgen berücksichtigt wird. Bei der Nachtabsenkung empfiehlt sich eine Reduzierung der Vorlauftemperatur von 5 bis 8° Celsius. Der Zeitpunkt für die morgendliche Aufheizung ist so zu wählen, dass die Räume rechtzeitig wieder angenehm warm sind. Entscheidend für die Wärmeverluste eines Gebäudes ist die Differenz zwischen der Innen- und der Außentemperatur: Stellt sich durch Nachtabsenkung die Raumtemperatur nachts auf im Mittel 17° Celsius statt 20° Celsius ein, so ergibt sich gegenüber der durchgängigen Beheizung eine Einsparung von ca. sieben Prozent“, sagt Florian Voigt, Projektmanager der „Hessischen Energiespar-Aktion“.

Dabei ist zu beachten: Das totale Abkühlen eines Raumes ist nicht sparsamer und kann Schäden (u. a. Schimmelbildung) verursachen. Eine Nachtabsenkung spart umso mehr, je schlechter gedämmt ein Gebäude ist. Eine Heizenergieeinsparung zwischen fünf und zehn Prozent gegenüber kontinuierlichem Heizen ist bei kaum gedämmten Altbauten möglich. Dabei sparen Gebäude ohne Speichermassen (Holzbauart) mehr Energie, als massive Gebäude. Nämlich etwa die Wärmemenge, die in den schweren Bauteilen eingespeichert ist und nachts bei abgesenktem Heizbetrieb die Raumtemperatur hochhält. Eine höhere Raumtemperatur bedeutet aber höhere Wärmeverluste über die Außenbauteile. “Früher waren Speichermassen gut, weil sie bei nachts ausgehenden Einzelofenheizungen das Auskühlen der Wohnungen verzögerten. Heute heizen unsere Zentralheizungen durch und die große Speichermasse unserer Häuser ist heizungstechnisch nicht mehr erforderlich. Immerhin 150 Tonnen Gebäudemasse müssen bei einem Einfamilienhaus im Winter auf Temperatur gehalten werden“ so Florian Voigt.

Wie die Raumtemperaturen sich nachts einstellen, hängt vom Wärmeschutz des Gebäudes ab. „Bei gut wärmegedämmten Niedrigenergiehäusern haben wir nur noch nächtliche Temperaturabsenkungen um 1 bis 2° Celsius gemessen“, so Voigt, „die Bedeutung der Nachtabsenkung für die Energieeinsparung wird immer geringer, je besser unsere Häuser gedämmt sind.“

Verfügt das Heizsystem nicht über ein Schnellaufheizprogramm, so ist mit der Aufheizphase recht früh am Morgen zu beginnen. Die Absenkung erfolgt bei den heute üblichen Regelungen automatisch und nach einem Programm, das der Hauseigentümer einstellen kann. Sie lässt sich auch bei Tag einsetzen, z.B. bei regelmäßiger beruflicher Abwesenheit.

Eine Nachtabschaltung hat den zusätzlichen Vorteil, dass die Kessel-Bereitschaftsverluste entfallen und auch die elektrischen Aggregate ausgeschaltet sind.

Für Mieter gilt: Die Zentralheizung muss so eingestellt sein, dass eine Temperatur von 22° Celsius erreicht werden kann. Das gilt tagsüber in der Zeit zwischen 6.00 und 24.00 Uhr. Im Interesse der Energieeinsparung darf und muss die Heizung nachts abgesenkt werden. Allerdings muss eine nächtliche Mindesttemperatur in den Wohnungen gewährleistet sein, etwa 17 bis 18° Celsius. Heute wird die Zeit zwischen 24.00 bis 6.00 Uhr als angemessen für die Nachtabsenkung der zentralen Heizanlage betrachtet.

Ausführliche Informationen bietet die HESA-Homepage unter www.energiesparaktion.de, über die auch www.energieland.hessen.de, die „Energieseite“ des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung sowie der „Förderkompass Hessen“ mit allen aktuellen Förderangeboten direkt zu erreichen ist.

Informationen zum Energieberatungsangebot der Verbraucherzentrale Hessen unter www.verbraucher.de.

Die „Hessische Energiespar-Aktion“ ist ein Projekt des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung.

 

Hessische Energiesparaktion

Die „Hessische Energiespar-Aktion“ informiert: „Info-Überblick 2017“ – Nützliche Internetadressen zu Informationen für eine anstehende Gebäudemodernisierung

„Mit dem „Info-Überblick 2017“ gibt die „Hessische Energiespar-Aktion“ nützliche Internethinweise zu Informationen für eine anstehende Gebäudemodernisierung“, so Florian Voigt, Projektmanager der „Hessischen Energiespar-Aktion“.

www.energiesparaktion.de: Das Infoportal für Energieeinsparung bei Alt- und Neubauten in Hessen. Vielfältige Informationen schaffen Entscheidungsgrundlagen für Hauseigentümer rund ums Gebäude. Im Mittelpunkt steht die Heizenergieeinsparung im Altbau mit Informationen zum „Energiepass Hessen“, Energieberaterdatenbank, Fachartikel, Pressemitteilungen, Bestellservice. Fragebogen für den „Energiepass Hessen“ zum reduzierten Preis von 37,50 € unter info@energiesparaktion.de.

www.energieland.hessen.de: „Förderkompass“ des Landes Hessen. Mit diesem Förderkompass stellt die Hessische Landesregierung den hessischen Bürgerinnen und Bürgern ein Instrument zu Verfügung, das die Suche nach einem geeigneten Förderprogramm für eine in Hessen geplante Bau- oder Sanierungsmaßnahme erleichtern soll. Darüber hinaus können Sie nach Förderprogrammen zur Mobilität suchen (Erdgas- und Elektro-Fahrzeuge).

www.hero-hessen.de: Informationen zur stofflichen und energetischen Nutzung Nachwachsender Rohstoffe.

www.bafa.de: Schwerpunkt: Förderung erneuerbarer Energien

www.kfw.de: Umfangreiche Förderprogramme im Bereich "Bauen, Wohnen, Energie sparen“. Hotline Info-Center Telefon: 0800/539-90 02.

www.energie-effizienz-experten.de: BAFA – Energieberaterliste für die geförderte „Vor-Ort-Energieberatung“ (Beratung mit Gebäudebegehung).

www.verbraucher.de: Informationen zum Energieberatungsangebot der Verbraucherzentrale Hessen.

Die „Hessische Energiespar-Aktion“ ist ein Projekt des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung.