Auf den Spuren der Römer

Wer nach Lützelbach kommt, kann auf den Spuren der Römer wandeln und in ein Stück längst vergangene Geschichte eintauchen. In Nord-Süd-Richtung verläuft quer durch das Gemeindegebiet der Odenwald-Limes, der um 100 n. Chr. für einen Zeitraum von etwa 60 Jahren als Grenzlinie zum Schutz des römischen Reiches vor den Germanen errichtet wurde. Seine Ausdehnung reicht von Obernburg am Main bis nach Wimpfen am Neckar.

Im Gemarkungsbereich von Lützelbach liegen insgesamt acht Turmstellen (Wachtposten 10/5 bis 10/12) sowie das Numeruskastell Lützelbach und das Kleinkastell Windlücke. Der Wachtposten 10/11 „Sellenplatte“ wurde bereits vor längerer Zeit konserviert. Alle anderen Turmstellen wie auch die Kastellplätze sind, soweit sie nicht in der Feldflur liegen, vom Wildwuchs befreit und durch eine gute Limeswanderwegführung zu erreichen. Fast überall vermitteln noch vorhandene Erdwälle und teilweise Fundamentreste einen gedanklichen Eindruck der faszinierenden römischen Baukunst von vor fast 2000 Jahren.

Das Numeruskastell Lützelbach – im Volksmund „Lützelbacher Schlösschen“ genannt – wurde um 1895 durch die Reichslimeskommission archäologisch untersucht. Das Kastell erstreckt sich über eine Fläche von 5250 qm und wurde von einer Auxiliartruppe von etwa 160 Mann belegt. Das Haupttor war zur etwa 25 m entfernten Limespalisade ausgerichtet. Der Kastellwall ist noch vollständig zu erkennen. An der Westseite tritt ein Rest der Kastellmauer zutage.

Unterstützt durch das Hessische Landesamt für Denkmalpflege und getragen von viel ehrenamtlichem Engagement aus dem örtlichen Heimat- und Geschichtsverein hat die Gemeinde Lützelbach wie auch die anderen Anrainerkommunen speziell in den letzten Jahren vielfältige Anstrengungen für eine Aufwertung dieses besonderen kulturhistorischen Bodendenkmales unternommen. So machen eine informative und optisch ansprechende Beschilderung, die der des als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannten Obergermanisch-Raetischen Limes nachempfunden ist, den Odenwaldlimes auf der gesamten Strecke erlebbar. Unweit des Numeruskastells Lützelbach wurde direkt am dort vorbeiführenden Wanderweg eine knapp 40 m lange Limespalisade originalgetreu aufgebaut. Am Wachtposten 10/8 wurde ein kleiner archäologischer Rundweg angelegt, in dessen Blickpunkt die dort besonders sichtbaren Ausgrabungen der Reichslimeskommission stehen. An mehreren Stellen laden den interessierten Limes-Wanderer gemütliche Sitzgelegenheiten zum Verweilen inmitten einer wunderbaren Natur- und Waldlandschaft ein.

Wenn Sie Fragen zum Limes haben, steht Ihnen Christa Karl gerne zur Verfügung.